Worauf man bei einer Hochzeit in Osteuropa achten sollte!

von Alexander König

© Ramona Kaulitzki - Fotolia.com

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Internationale Hochzeiten werden in Deutschland immer populärer. Die deutschen Männer heiraten immer öfter Frauen aus Osteuropa, was zum größten Teil an ihrem Ruf liegen könnte. Osteuropäische Frauen sind im Allgemeinen bescheiden, treu und fleißig, alles Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen und vom Geld regierten Welt langsam verloren gehen. Wenn man sich für eine Hochzeit mit einer Frau aus Osteuropa entschieden hat, sollte man vielleicht einige Dinge kennenlernen, die für Hochzeiten in Osteuropa typisch sind.

So heiratet man in Bulgarien

Bulgarien ist seit einiger Zeit ein Mitglied der EU, obwohl das Land zu den konservativsten und rückständigsten Ländern in Osteuropa gehört. Die Menschen dort sind aber freundlich und offen den Gästen gegenüber und wissen es, wie man richtig feiert. Die ursprünglichen Hochzeitsbräuche werden nicht nur auf dem Land, sondern auch in größeren Städten oder in der Hauptstadt Sofia praktiziert. Die bulgarische Hochzeit wird von der Farbe Rot dominiert, auch die Braut trägt die Bezeichnung „bulka“, was auf Deutsch „Klatschmohn“ bedeutet. Diese Farbe ist in Bulgarien bei Hochzeiten so traditionell, wie die Farbe Weiß im Mitteleuropa. Die Hochzeitsräume sind allesamt mit roten Dekorationsgegenständen und Girlanden geschmückt, die Gäste schwenken rote Tücher und rotfarbene Hochzeitsfähnchen.

Besondere Pflegemaßnahmen vor der Hochzeit

Eine bulgarische Braut soll in die Ehe rein und strahlend gehen, deswegen muss sie auch dafür ordentlich in Schwitzen kommen. Sie springt in einen Badezuber mit glühenden Kohlen rein. Das Brautbaden gehört zu den uralten Hochzeitsbräuchen in Bulgarien und wird bis heute praktiziert. Das sollte den Gang in den neuen Lebensabschnitt symbolisieren – rein und gepflegt. Wenn man erfahren will, wie eine Hochzeit in anderen osteuropäischen Ländern, zum Beispiel Russland, verläuft, kann man hier nachlesen.

Heiratsbräuche in Polen

Jede Braut in Polen wird vor der Hochzeit besonders geschont und steht unter besonderen Schutz der Familie, die sie in der Zeit verwöhnt. Damit wird den Bräuten der Abschied von dem sorglosen Leben als Jungfrau ein wenig leichter gemacht. Die letzten Tage vor der Hochzeit darf sich die Braut richtig erholen und entspannen, damit sie sich besser auf die neuen Pflichten und Aufgaben des Ehelebens vorbereiten kann.

Polen sind abergläubisch – auch bei der Hochzeit

Die Braut wird am Hochzeitstag vor den bösen oder gar verhexten Blicken der neidischen Konkurrenz mit einem Schleier geschützt. An dem Tag tragen der Bräutigam und die Braut spezielle für den Tag angefertigte Talismane bei sich, um vor den bösen Kräften geschützt zu sein. Heutzutage ist es entweder eine Münze, ein Stück Brot oder Zucker. Die Braut sollte zudem ein Stück der Kleidung einer verheirateten Frau bei sich tragen – es kann zum Beispiel ein Strumpfband sein – was eine gute Gesundheit, Wohlstand, Nachwuchs und Eheglück verspricht. Eins ist den Bräuten am Hochzeitstag verboten – sie dürfen niemals in den Spiegel schauen, wenn sie komplett angezogen sind. Vor der Trauung darf sie auch der Bräutigam nicht sehen, weil das Unglück bringen könnte. Nach der Trauung, die in der Kirche wie im Standesamt ähnlich wie in Deutschland verläuft, wird das Brautpaar beim Verlassen der Kirche mit Reiskörnern beworfen. Diese Körner sollen von dem Brautpaar aufgesammelt werden. Nach einem alten Brauch sollte das den Wohlstand und gute Gesundheit bringen.