Weißgold – eine außergewöhnliche Legierung

von Judith Schomaker

Die Idee, Gold weiß zu machen, stammt bereits aus den Anfängen des 20sten Jahrhunderts. Damals suchte man eine Möglichkeit, um teures Platin kostengünstig zu ersetzen. Um die Entfärbung des Goldes zu erreichen wurde früher meistens Nickel verwendet, heute ist für die Schmuckherstellung in Deutschland nur noch eine sehr geringe Menge Nickel zugelassen, da es stark allergen ist. Obschon es EU-weit Grenzwerte für die Verwendung von Nickel in der Schmuckindustrie gibt und die Hersteller ihre Trauringe und sonstigen Schmuckteile mit den minimalen Nickelanteil trotzdem als „nickelfrei“ verkaufen dürfen, sollte bei der Auswahl darauf geachtet werden, dass tatsächlich kein Nickelanteil enthalten ist.

Auch Silber kommt als Legierungspartner von Feingold in Frage, oftmals jedoch bei geringem Feingoldanteil, etwa bei der Herstellung von 333er Trauringen, da diese Legierung entsprechend kostengünstig ist. Ein Nebenmetall des Palladium, das Rhodium, kommt ebenfalls gerne als Feingold-Partner in Frage. Durch die Anwendung von Rhodium wird die Kratzfestigkeit und die Entfärbung verbessert, man spricht dann von rhodinierten Trauringen. Das Rhodium wird als Überzug aufgebracht und hier versteckt sich auch schon die Problematik. Da Trauringe in der Regel täglich getragen werden, kann der Überzug schon nach wenigen Monaten abgetragen sein. Zwar lässt sich die Rhodiumauflage erneuern, das ist jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Auch die Beimischung von Mangan in Trauringe aus Weißgold sollte wohlüberlegt sein. Die anfänglich günstigen Preise können verlockend sein und die Optik des Weißgoldringes erscheint auch wunderbar weiß, mit der Zeit können sich aber unschöne Verfärbungen ergeben.

Die wohl schönste Legierung für Trauringe aus Weißgold bietet das 750er Weißgold, bei dem als Legierungspartner Palladium verwendet wird. Palladium gehört zur Platin-Gruppe und besitzt ähnliche Eigenschaften wie das rare Edelmetall. Selbst ist Palladium aber ebenfalls sehr selten und das schlägt sich auch in einem höheren Preis für die Legierung nieder. Je mehr Palladium enthalten ist, desto grauer wird das Weißgold und eventuelle Verfärbungen können ausgeschlossen werden. Beim Trauring aus 750er Weißgold ist der Anteil am Palladium nicht so hoch, wie beim 585er Weißgoldring. Und genau das sorgt für eine ganz außergewöhnliche Farbton mit einem Hauch Goldschimmer. Herausragend sind auch die Trageeigenschaften, denn durch den hohen Feingoldgehalt verfügt die 750er Legierung über eine höhere Zähigkeit, was nicht zuletzt den Materialabrieb durch das täglich Tragen erheblich reduziert.

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