Trauringe - ein Zeichen der Verbundenheit

von Alexander König

Der Ring wird mit der Ehe so schnell assoziiert, wie kaum etwas anderes. Kein Wunder, gehört er doch spätestens seit Papst Nikolaus I. im 9. Jahrhundert  zu den Sakrilegen der christlichen Kirche und ist seit dem 13. Jahrhundert fester Bestandteil jeder kirchlichen Trauung.Genau wie die Liebe hat er weder Anfang noch Ende, ist von kostbarem Wert und zeigt die Gemeinsamkeit des Ehepaares. Allerdings war letzteres nicht immer so vorgesehen, denn früher trugen nur die Ehefrauen einen Ehering. Sehr ungewöhnlich, war doch das „Ringtragen“ eher der männlichen Bevölkerung vergönnt. Schließlich prangten an ihren Fingern kostbare Siegelringe zum Ausdruck ihrer Reichtümer.

In dem nun aber bei der Hochzeit der Mann seiner Angetrauten einen Ring an den Finger steckte – seinen Siegelring, den er eigentlich niemals aus der Hand gab – verdeutlichte er seiner zukünftigen Frau, wie viel Vertrauen er ihr schenkte. All seinen Besitz legte er ihr sprichwörtlich zu Füßen, all seine Reichtümer sollten von nun an geteilt werden, aus Liebe. Die Frau hingegen steckte dem Mann keinen Ring an den Finger, denn in der Regel konnte sie nicht mit Reichtümern aufwarten.

Daneben bedeutete der Ehering aber auch eine finanzielle Sicherheit für die Frau. Denn wenn ihrem Mann etwas passieren sollte, war sie zumindest aus finanzieller Sicht abgesichert. Heute gehören diese Aspekte längst der Vergangenheit an. Der Trauring steht zwar nach wie vor als Symbol der Liebe und Zusammengehörigkeit, wird aber in der modernen Zeit mehr und mehr aus Sicht der Individualität, der Mode und der Kreativität gesehen. Zahlreiche Formen, Farben, Gravurtechniken und Besatzmöglichkeiten machen ihn zu einem ganz persönlichen Begleiter. Die Zeiten des schlichten, goldenen Eherings sind längst vorbei. Getragen werden darf, was gefällt!