Mokume Gane Trauringe – Neuauflage einer alten Schmiedekunst

von Judith Schomaker
Mokume Gane Trauringe von Rentschler

Mokume Gane Trauringe von Rentschler

Was ist denn das, werden sich jetzt einige fragen. Mokume Gane? Wieder ein neuer Trend, den die Goldschmiede und Juweliere aufgegriffen haben, um ihre heiratswilligen Kunden zu verzücken?

Ja und nein. Verzückung pur ist angesagt, beim Anblick dieser außergewöhnlichen Eheringe, neu ist die Technik allerdings nicht. Im Gegenteil, bei Mokume Gane, was übersetzt bedeutet, holzgemasertes Metall, handelt es sich um eine jahrhunderte alte Schmiedekunst aus Japan. Bei der Betrachtung solch hochwertiger kleiner Kunstwerke wird schnell die Bedeutung der Übersetzung klar, es sieht einer weichen Holzmaserung verblüffend ähnlich.

Ein wenig zur Geschichte von Mokume Gane

Schon im zweiten Jahrhundert wurden bei Ausgrabungen an römischen Fundstätten Schwerter und Säbel entdeckt, die ein außergewöhnlich flammiges Muster aufwiesen. Der Höhepunkt dieser Schmiedekunst, in der feuergeschweißter Stahl mehrfach in sandwichform gebogen und wieder miteinander verschweißt wurde, schien im 13. Jahrhundert in Form der malaiischen Dolche vollendet gewesen zu sein. Allerdings erschien bereits im ersten Jahrhundert vor Christus bereits in China der erste laminierte Rohstahl. Die Japaner, in ihrer Schmiedekunst kaum übertroffen, griffen ihrerseits das Verfahren des Faltens und Schweißens auf und verfeinerten es bis zur Perfektion. Mokume Gane war entstanden. Am kunstvollsten dürften die Schwerter sein, die vom Waffenschmied Denbai Shoami erschaffen wurden. Er entdeckte, das sich nichteiserne Platten miteinander verbinden lassen und ineinander verschmelzen, was zu einem unverkennbaren Muster führte. Hierzu verwendete er hauptsächlich Materialien wie Gold, Silber, Kupfer und eine Legierung namens Shakudo, alles Materialien, die in Japan ohne große Probleme vorhanden waren.

Mokume Gane Trauringe von Rentschler

Mokume Gane Trauringe von Rentschler

Mokume Gane heute

Die alte Schmiedekunst der Japaner fasziniert heute mehr und mehr die Juweliere hierzulande. Zum einen besinnen sie sich auf die gute alte Handwerkskunst des Schmiedens und kapseln sich so deutlich von der Massenproduktion von Eheringen und Co. ab, zum anderen entstehen besonders im Trauringbereich besonders hochwertige Einzelstücke, die den Charakter und die Symbolkraft der Ehe ansich noch zusätzlich untermalen. Durch die seit einigen Jahren vermehrt und mehr vorgefertigten Materialien, bzw. Schichtblöcke, sowie der Neuentwicklungen im Bereich der unterschiedlichen Legierungen (klassischer Hauptbestandteil ist Gold, bzw. Weissgold), werden Mokume Gane Eheringe nicht mehr zum immens teuren Vergnügen, sondern lassen sich bereits zu durchaus erschwinglichen Preisen erstehen. Viele Goldschmiede verzichten aber ganz bewusst auf besagte vorgefertigte Materialien und schmieden die Ringe immer noch schön von Hand wie die alten Meister vor hunderten von Jahren. Durch die individuell angefertigte Schichtmaterialien entstehen wunderschöne Individuelle Maserungen und damit einzigartige Trauringe.

Die hier im Artikel gezeigten Ringe wurden vom Pfozheim
Goldschmiedemeister Norbert Rentschler hergestellt.
www.mokumegane-werkstatt.de

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