Mokume Gane – Trauringe mit technischer Raffinesse

von Judith Schomaker
Mokume Gane Trauringe

Mokume Gane Trauringe

Das „Metall mit Holzmaserung“, wie die aus dem antiken Japan stammende Mokume Gane Kunst ihr Handwerk so trefflich bezeichnet, erfreut sich einer immer größeren Anhängerschaft. Kaum eine Schmiedekunst steht so stark für die Fertigung von Unikaten, wie diese traditionsreiche Fähigkeit. Auch in Deutschland hält Mokume Gane langsam Einzug in die Werkstätten der Goldschmiede, allerdings beherrschen nur wenige diese außergewöhnliche Schmiedetechnik.
Zu den professionellen Herstellern, die diese handwerkliche Herausforderung für sich ganz neu entdeckt haben und hieraus Unikatschmuck vom Feinsten fertigen, zählt eine kleine Goldschmiede in Rees am Niederrhein. goldschmiedeHier entsteht nach alter japanischer Tradition Mokume Gane Unikatschmuck. Ganz besondere Aufmerksamkeit widmet die Schmiede von Gert Schwaderlapp der Fertigung von außergewöhnlichen Trauringen mit dieser Technik.

Zur Verarbeitung kommen einerseits hochwertige Edelmetalle wie Gelbgold, Weißgold, Rotgold und Palladium, die die Gestaltung feinster Muster erlaubt. Zum anderen wird aber auch Silber, Kupfer und Shakudo eingesetzt, um den Kontrastreichtum zu verstärken. Shakudo ist eine traditionelle japanische Legierung aus Kupfer mit einer 2-7 prozentigen Goldbeimischung, die bei der Mokume Gane Schmiedetechnik häufig verwendet wird. Seine dunkelbraune bis schwarzviolette Färbung, die erst nach einer Oberflächenätzung mittels heißer Salzlösung erreicht wird, ist charakteristisch und zaubert kontrastreiche Muster. Bei der Wahl der Maserung ist erlaubt, was dem Kunden gefällt, vom dezenten Streifenmuster, über verspielte Sternenmuster, bis hin zum kontrastreichen Ring aus Silber und oxidiertem Shakudo.

Wir haben einen Blick auf den Fertigungsprozess geworfen und möchten Ihnen einmal zeigen, wie aufwändig und zugleich faszinierend die Entstehung eines Mokume Gane Traurings ist.

mokume gane trauringeZunächst werden die dünnen Bleche aus den entsprechenden Materialien, beispielsweise Silber und Shakudo, aufgerollt und miteinander verschweißt, sodass sich die Metalle miteinander verbinden. Hierdurch entsteht eine Musterung, die sich durch das ganze Stück zieht und nicht nur auf der Oberfläche vorhanden ist.

Danach wird der Ringrohling in der Mitte zersägt, sodass zwei Rohlinge entstehen, die, da aus einem Stück gefertigt, fast identisch sind.

Die beiden Ringrohlinge werden nun in Handarbeit zu zwei Mokume Gane Trauringen geschmiedet. Hierzu wird der Ring immer dünner bis zu einer flachen Scheibe verarbeitet, welche dann in mehreren Schritten „umgestülpt“ wird.

mokume gane trauringeDie Seitenflächen der Scheibe werden somit zur Oberfläche des Traurings und geben eindrucksvoll das Mokume Gane Muster wieder.

Je nach gewünschtem Muster gibt es ganz unterschiedliche Techniken, um das Endergebnis zu erzielen. Dabei legt der Goldschmied großen Wert auf sorgfältiges Arbeiten, andernfalls treten diverse Probleme auf (einzelne Schichten lösen sich oder die Metalle verschmelzen zu stark miteinander, sodass keine Maserung mehr sichtbar ist) und der Schmiedeprozess muss wiederholt werden.

Viele weitere Informationen finden Sie
auf der Webseite der Goldschmiede
www.gold-schmiede.de

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