Keltische Eheringe

von Judith Schomaker

An der irischen Westküste in Galway begegnet man dem Claddagh-Ring buchstäblich an jeder Ecke. Zahlreiche Juweliere haben sich auf den historischen Ehe- und Freundschaftsring spezialisiert, der traditionell das von zwei Händen gehaltene, Herz mit Krone zeigt. Doch auch hierzulande hält der Keltenring immer mehr Einzug in die Schmuckgeschäfte und entwickelt sich zu einem begehrten Ehering, kein Wunder, stehen doch die drei Elemente des Rings Freundschaft, Liebe und Treue wie keine anderen für die Ehe.

Das handwerkliche Geschick der Kelten ist die wesentliche Ausdrucksform ihrer Herkunft. Keine monumentale Steinarchitektur, kaum gestaltete Skulpturen, stattdessen geschickte Verzierungen auf den Alltagsgegenständen und Waffen des kriegerischen Volkes. Ab dem 5. Jahrhundert vor Christus entwickelte sich aus den ehemals streng geometrischen Mustern die für die Kelten typische verschlungene Ornamentik. Heute zieren die keltischen Klassiker immer öfter die Finger von Frischvermählten in Form von ausgefallenen keltischen Eheringen. Keltische Muster und Runen verleihen den Eheringen dabei einen Hauch von Mystik, etwa mit dem verschlungenen keltischen Knoten, als Ausdruck für die Unendlichkeit.

Ehepaare, die sich für keltische Trauringe entscheiden, sind in der Materialwahl ebenso frei wie die Befürworter klassischer Eheringe. Ob Gold, Platin oder Silber, mit oder ohne Stein, original Claddagh-Ring oder verschlungene Ornamentik, bleibt dabei dem jeweiligen Geschmack überlassen. Eine vorzügliche Möglichkeit, um dem keltischen Ring noch mehr Ausdruck und Wertigkeit zu verleihen besteht darin, ihn aus echtem walisischem Gold, dem so genannten „Welsh-Gold“ fertigen zu lassen. Walisisches Gold zählt zu den seltensten und daher teuersten Edelmetallen der Welt, da es nur in einer kleinen Mine an den walisischen Berghängen abgebaut wird. Auch der Ehering der Queen wurde aus diesem seltenen Gold gefertigt, allerdings enthalten die meisten Schmuckstücke und Eheringe nur einen geringen Anteil – meistens etwa 10 Prozent – des Clogau Goldes, um diese kleine Kostbarkeit auch „Normalsterblichen“ zugänglich zu machen.

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