Gold ist nicht gleich Gold

von Judith Schomaker

Zur Herstellung von Trauringen tritt Gold meist in Form einer Legierung auf. Durch das Zusammenschmelzen mit anderen Metallen erhält das sonst sehr weiche reine Gold mehr Härt und wird somit zum idealen Ausgangsmaterial für Eheringe. Um durch die Legierung nicht auch ein Mehr an Porösiät zu erreichen, werden hauptsächlich Beimischungen mit Silber und Kupfer, aber auch Palladium oder Stahl gewählt. Die Legierung des Goldes, meist wird 8 (enthält 333/1000 Teile Feingold), 14 (enthält 585/1000 Teile Feingold) oder 18 karätiges Gold (enthält 750/1000 Teile Feingold) verwendet, beeinflusst dabei nicht nur den Härtegrad des Goldes, sondern auch seine Farbe.

Spätestens, seitdem die Schmuckindustrie andere Materialien, außer den Edelmetallen, zur Herstellung von Eheringen und Co. für sich entdeckt hat, wird die Fantasie der Verbraucher in punkto Farbe ordentlich beflügelt. Die Palette der Goldfarben geht dabei längst über die altbekannte goldgelbe Farbe hinaus und lässt oft den „goldenen“ Hintergrund kaum noch erahnen. So reicht das Farbangebot der Goldlegierungen von silber schimmerndem Gold bis hin zu Grün- oder Blautönen. Die gebräuchlichsten Farbtöne für Gold sind Gelbgold, Mittelgold, Rotgold, Blaßgold, oder Grüngold. Aber auch Blaugold wird immer populärer und stellt experimentierfreudige Goldschmiede immer wieder vor neue Herausforderungen. Um Gold so zu legieren, dass es einen schönen blauen Schimmer erhält und zudem noch verarbeitungsfreundlich und langlebig ist, gibt es bis heute kaum ausgereifte Verfahren. Das große Problem hierbei ist die Umwandlung der optischen Eigenschaften, wobei das eigentlich gelbe Material so umgepolt werden muss, dass es in der Komplementärfarbe Blau erscheint.

Um Gold nun eine andere Optik zu verleihen, bedienen sich moderne Alchemisten gewisser ausgeklügelter Mixturen. Hierzu werden zwei oder mehr Metalle mit dem Hauptbestandteil Feingold in den unterschiedlichen Karatierungen (8, 14 oder 18 Karat) gemischt. So entsteht aus einer Legierung von 75 Prozent Gold mit 18 Karat – also einem Feingoldanteil von 750 von 1000 Teilen – in Verbindung mit 25 Prozent Silber ein hell-gelbgrünes Ergebnis. Erhöht man nun den Silberanteil und verringert den Goldanteil oder dessen Karatierung, so schwindet der Gelbschimmer immer mehr und die Legierung geht weiter ins Grünliche. Innerhalb der Legierung färbt Silber grünlich, Kupfer rötlich und Palladium und Nickel weißlich. Je nach Anteil der Zusatzmetalle lassen sich daraus hochrote goldene Trauringe oder aber blassgelbe, blaue, grüne oder graue Ringe herstellen.

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