Die kleinsten Handschellen der Welt

von Judith Schomaker

Böse Zungen behaupten, es seien die wohl kleinsten Handschellen der Welt: Der Ehering! Für die Anderen ist es ein wahres Meisterwerk der Schmiedekunst! Und für viele ist er nach wie vor ein Stück Tradition. Aber wie gelangt der „böse“ Name an ein Schmuckstück, was bereits von Generationen als sichtbares Zeichen der Zusammengehörigkeit getragen wird?

Es liegt auf der Hand! Die „Verhaftung“ im Rahmen der Ehe ist Schuld an seiner Namensgebung! Schluss, aus und vorbei die Zeit der Freiheit und Selbstbestimmung. Ab dem Tag der Ehe ist man(n) vergeben und somit seiner grenzenlosen Freiheit beraubt. Jetzt heißt es Rücksicht nehmen und nicht mehr nur für sich alleine leben, schließlich geht man mit dem Bund der Ehe auch eine gewisse Verpflichtung dem Partner, bzw. der Partnerin gegenüber ein. Doch gar so schwarz gemalt wie zu früheren Zeiten wir die Ehe heutzutage schon lange nicht mehr. Diente die Ehe früher häufig mehr als strategische Verbundenheit zweier Familien und hatte wenig mit Liebe, denn mehr mit sozialer Sicherheit zu tun, so wird heute in nahezu allen Fällen aus wahrer Liebe und Zuneigung geheiratet. Viel dazu beigetragen hat die Emanzipation und Unabhängigkeit des weiblichen Geschlechts, aber auch das starke Geschlecht heiratet wohlüberlegt und keinesfalls leichtfertig, weil es sich „so gehört“. Vielmehr wird der Ehering liebevoll als Handschelle im übertragenen Sinne bezeichnet. Wie ihre „polizeilichen“ Kollegen fixieren auch sie eine Person, damit diese nicht mehr davonlaufen kann – ganz so, wie in der Ehe, aber doch weitaus angenehmer zu (er)tragen.

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