Der Trauring – eine bewegende Geschichte

von Judith Schomaker

Seit jeher ist der Ring ein Symbol der Zugehörigkeit. Durch den Austausch von Ringen wird das gegebene Versprechen zweier Menschen dokumentiert und sichtbar gemacht.

Bereits in der Antike trugen die alten Ägypter und auch die Römer einen Trauring am Ringfinger der linken Hand. Dieses hatte eine eher mystische Bedeutung, denn man glaubte damals, dass genau von diesem Finger eine Ader direkt zum Herzen und damit in das Zentrum der Liebe führte. Im antiken Rom trugen jedoch lediglich die Frauen einen Ehering, als Zeichen der Bindung und als Bestätigung des Mannes für den Empfang der Mitgift.

Als Sinnbild der Treue und Beständigkeit und als Zeichen der ehelichen Bindung vor Gott, steht der Trauring allerdings erst seit 850 n. Chr. Für die sakrale Bedeutung in der christlichen Kirche sorgte zu dieser Zeit Papst Nikolaus I., der als Erneuerer der päpstlichen Autorität galt und dem Ring die offizielle Symbolkraft der Unendlichkeit verlieh. So werden als Symbol der Ehe oft zwei ineinander verschlungene Ringe gezeigt, die nur dann voneinander getrennt werden können, wenn einer von ihnen gebrochen wird und steht damit für Ewigkeit und Verbundenheit stehen. Einen festen Bestandteil in der Kirchlichen Trauung („… bis dass der Tod euch scheidet“) wird dem Ring erst ab dem 13. Jahrhundert zugeschrieben. So wie die getauschten Ringe weder Anfang noch Ende haben, so soll auch die Bindung des Ehepaares und der Bund mit Gott ewig währen. Diese Verbundenheit Gott gegenüber rührt aus dem christlichen Glauben her, wo der Ring die Zugehörigkeit zu Jesus Christus und dem christlichen Glauben darstellt. So tragen beispielsweise Nonnen nach ihrem Profess einen Nonnering, der sie symbolisch zur „Braut Christi“ macht.

Der Brauch, Trauringe am Ringfinger zu tragen, ist bis heute erhalten geblieben. Üblicherweise wird der Ehering im deutschsprachigen Raum, in Norwegen und Bulgarien am Ringfinger der rechten Hand getragen, wohingegen in den übrigen westlichen Ländern der Ringfinger der linken Hand für den Ehering verwendet wird. Die Inschrift auf der Innenseite der Trauringe ist ebenfalls seit der Antike bekannt. Waren im antiken Rom die Eheringe noch mit dem „Pignus amoris habes“ graviert, was mit „Du hast meiner Liebe Pfand“ übersetzt werden kann, so findet man in heutigen Eheringen häufig den Nahmen des Ehepartners, sowie das Heiratsdatum vor.

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