Alte Eheringe kunstvoll in Szene gesetzt

von Judith Schomaker

Zusammengelötete Eheringe
Es befinden sich noch alte Trauring-Erbstücke verschflossener Angehöriger in ihrem Besitz. Oma schenkt ihnen für die bevorstehende Hochzeit ihren Ehering, damit er dem neu vermählten Paar genausoviel Glück bringen mag, wie es ihr vor Jahrzehnten zuteil wurde?

Schätzen Sie sich glücklich, denn es gibt durchaus Alternativen für die alten Schmuckstücke, bei denen auch der ideelle Wert erhalten bleibt.

Nur der Materialwert bleibt erhalten

Oftmals ist es leider so, dass die Trauringe von Urgroß- oder Großeltern dem Schmelztiegel des Goldschmieds zum Opfer fallen. Sei es, um den Materialwert (in den seltensten Fällen wirklich nennenswert) als Anzahlung für die eigenen Eheringe zu nutzen oder um aus dem Material neuen Fingerschmuck zu fertigen – der ideelle Wert ist damit schnell zerstört. Es gibt aber auch durchaus Goldschmiede, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, sowohl den materiellen, als auch den immateriellen Wert zu erhalten. Das Ergebnis ist ein ganz neuer Ehering, der mit dem alten, nicht nur optisch betrachtet, in direkter Verbindung steht.

Spirituelle Verbindung

Des Rätsels Lösung ist ein Pendant aus Neu und Alt. Anhand des oben gezeigten Beispiels, einer Arbeit der Goldschmiedemeisterin Michaela Römer, wollen wir ihnen zeigen was möglich ist. Die Arbeite zeigt zwei zu einem Ganzen zusammenfügen Ehering! Zunächst werden die Ringgrößen des zukünftigen Paares ermittelt und die alten Trauringe auf die passende Größe gebracht. Darauf folgt die Auswahl eines passenden Gegenstückes – tolle Ergebnisse erhält man aus einem bestehenden Rotgoldring in Verbindung mit einer neuen Variante aus Weißgold. Beide Eheringe, alt und neu, werden nun miteinander verlötet und entsprechend zusammengefügt. Fertig ist der künftige Ehering von unschätzbarem individuellen Wert.

Eine Frage des Geschmacks

In Punkto Oberflächenbeschaffenheit, Gravur und Einfassung ist es der Kunde, der letztendlich entscheidet. Die Möglichkeiten werden, bedingt durch die Verwendung des alten Trauringes, zwar ein klein wenig eingeschränkt, bleiben jedoch relativ großzügig erhalten. Dabei kann man sich den persönlichen Vorlieben nach Herzenslust hingeben. Bei der Wahl der Gravur, ob im selben Stil wie beim Altring oder bewusst in gänzlich anderer Schriftart oder bei der Oberflächenbeschaffenheit, auch die alten Ringe lassen sich noch nachträglich bearbeiten. So ist auch die Einarbeitung von Steinen in der Regel kein Problem.

Ein schönes Beispiel, das nicht alles Alte automatisch auch eingestampft werden muss. Wir wünschen den zukünftigen Trägern der Ringe alles Gute und möge es Ihnen genau so viel Glück bringen wie den Grosseltern.

Zur Webseite der Goldschmiedemeisterin Michaela Römer geht´s hier lang:
http://www.michaelaroemer.de/

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